Museum organisierte „sinn“-volles Fest

<h1>Das „Fest der Sinne“ appellierte auch an den Integrationswillen der Gesellschaft. In Niedersachsen besteht besonderer Nachholbedarf.</h1> Auf dem Schlossvorhof wies am Sonnabend ein Bauarbeiter mit einer Fahne den Weg zum mittlerweile zweiten Fest für Menschen mit und ohne Behinderungen. Diese Begrüßung hatte – wenn auch ungewollt – einigen Symbolcharakter. Denn Deutschland scheint bei der Integration von Behinderten noch eine Baustelle zu sein.

Beim Seifen-Schnuppern errieten David (l.) und Jan die meisten Aromen. FOTO: STUTZ

Bericht und Bilder von WZonline.de Das ging auch aus den Reden von Schirmherrin Karin Evers-Meyer und Olaf Lies hervor, die beide Versäumnisse auf diesem Gebiet anprangerten. So wies die Schirmherrin der Veranstaltung und SPD-Bundestagsabgeordnete darauf hin, dass in Deutschland nur 15 Prozent aller Kinder und Jugendlichen mit Handicaps in Regelschulen gehen, in Niedersachsen sogar nur vier Prozent. In vielen anderen Ländern beträgt diese Quote laut Evers-Meyer bis zu 80 Prozent. „Da müssen wir besser werden“, so die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen ist. Tatsächlich nutzten Menschen mit und ohne Behinderungen die Gelegenheit, das Schloss – so auch das Motto – mit allen Sinnen zu erfahren. Das Museum hatte in Zusammenarbeit mit der VHS Friesland-Wittmund und dem Verein „Lebensweisen“ ein Programm zusammengestellt, bei dem wirklich alle Sinne angesprochen wurden.